Ist Condor eine gute Fluggesellschaft? - Flug Review
- 11. Feb.
- 8 Min. Lesezeit
Ist Condor eine gute Fluggesellschaft? Dieser Frage gehen wir in diesem Beitrag auf den Grund. Condor, oft als Deutschlands bedeutendster Ferienflieger bezeichnet, blickt auf eine lange Geschichte bis zurück ins Jahr 1956 und befördert jährlich Millionen von Passagieren. Im Folgenden beleuchten wir Condors Streckennetz und Drehkreuz, das Tarif- und Buchungsklassen-Angebot, die Service-Unterschiede in Economy und Business Class auf Kurz- und Langstrecke, Aspekte der Sicherheit – und ziehen am Ende ein Fazit, ob Condor als Fluggesellschaft überzeugen kann.
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Streckennetz und Drehkreuz

Condors Heimat und wichtigstes Drehkreuz ist der Flughafen Frankfurt (FRA). Von hier aus bedient die Airline etwa 60 Ziele weltweit, darunter klassische Urlaubsziele und einige Fernstrecken – beispielsweise Barbados, Johannesburg, Seattle oder Sansibar. Ein Großteil der Verbindungen richtet sich an Urlauber im deutschsprachigen Raum (DACH): Deutschland, Österreich und die Schweiz. So fliegen über 8 Millionen Gäste pro Jahr mit Condor ab DACH zu rund 70 Destinationen weltweit.
Auch abseits von Frankfurt weitet Condor ihr Netzwerk aus. In Deutschland werden mehrere Abflughäfen bedient – etwa Düsseldorf, Hamburg, München oder Berlin – teils mit Zubringerflügen nach Frankfurt. Seit 2025 verbindet Condor z.B. Berlin, Hamburg, München sowie Wien und Zürich bis zu dreimal täglich mit Frankfurt als Feeder für die Langstrecke.
In Österreich hat Condor 2025 sogar eine Basis in Wien eröffnet und dort erstmals ein Flugzeug stationiert. Von Wien aus gibt es nun tägliche Flüge zum Frankfurter Drehkreuz und saisonale Direktflüge zu Ferienzielen wie Mallorca, Kos oder Rhodos. In der Schweiz werden neben Zürich auch saisonal Urlaubsdestinationen ab Basel oder Genf angeboten. Insgesamt ist Condors Streckennetz auf die Bedürfnisse von Ferienreisenden im DACH-Raum zugeschnitten – mit einem Schwerpunkt auf Mittelmeer, Kanaren, Nordafrika und Fernstrecken in die Karibik, Nordamerika, Afrika und den Indischen Ozean.
Buchungsklassen und Tarife

Condor hat ein mehrstufiges Tarifsystem, das unterschiedlichen Bedürfnissen – vom günstigen Städtetrip bis zur flexiblen Geschäftsreise – gerecht wird. In allen Reiseklassen (Economy, Premium Economy, Business) gibt es neben dem Standard-Tarif jeweils einen „Green“- und einen „Flex“-Tarif. Die Green-Tarife beinhalten eine CO₂-Kompensation der Emissionen des Fluges (durch Klimaschutzprojekte und nachhaltigen Treibstoff). Die Flex-Tarife ermöglichen kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen bis 24 Stunden vor Abflug. Seit April 2025 wurden die Tarifnamen zudem angepasst: Aus „Economy Light“ (ohne großes Handgepäck) wurde Economy Zero, und die früheren „Flex Plus“-Tarife heißen nun einheitlich Flex.
Die Condor-Tarife in der Übersicht:
Economy Zero: kleinste Basic-Klasse – inklusive nur einer kleinen Tasche als Handgepäck (kein großer Kabinenkoffer, kein Aufgabegepäck). Für Reisende mit sehr wenig Gepäck die günstigste Option.
Economy: Standard-Economy-Tarif – beinhaltet 1 Handgepäckstück (bis ~8 kg) und 1 Aufgabegepäckstück (i.d.R. 20 kg).
Economy Green: wie Economy, jedoch mit CO₂-Beitrag für klimafreundlicheres Fliegen.
Economy Flex: wie Economy, aber voll flexibel umbuch- und stornierbar (Erstattung des vollen Ticketpreises bei Stornierung).
Analog dazu gibt es in der Premium Economy Class (auf Langstrecke verfügbar) die Tarife Premium, Premium Green, Premium Flex und in der Business Class die Tarife Business, Business Green, Business Flex – jeweils mit entsprechend angepassten Freigepäckgrenzen (z.B. mehr Freigepäck in Business) und Leistungen. So kann jeder Passagier bei Condor wählen, ob er lieber möglichst günstig fliegt oder mehr Service und Flexibilität wünscht.
Wichtig zu wissen: In den günstigsten Economy-Tarifen ist kein Aufgabegepäck enthalten, und auch Verpflegung ist nicht automatisch inklusive – diese kann aber separat hinzugebucht oder an Bord gekauft werden.
Kurzstrecke: Economy und Business Class

Auf Kurz- und Mittelstrecken innerhalb Europas bietet Condor zwei Serviceklassen an. Economy Class entspricht dem üblichen Standard auf kurzen Flügen: Die Sitze in den Airbus A320/A321 sind in 3-3 Anordnung. Durch die neuen Maschinen der A32Xneo-Familie bietet Condor jedoch etwas mehr Sitzabstand als zuvor – für angenehmere Beinfreiheit trotz enger Bestuhlung. Unterhaltung läuft auf Kurzstrecken hauptsächlich über das eigene Gerät der Passagiere (per Condor-App bzw. Webstream, da es keine Bildschirme in den Sitzen gibt und auch noch keine Stromanschlüsse in der Economy auf Kurzstrecke). Mahlzeiten oder Getränke sind in Economy nicht im Ticket enthalten, können aber an Bord käuflich erworben werden. Condor bietet hierfür ein Programm namens “Taste the World”: gegen Vorbestellung gibt es für wenige Euro warme Gerichte (z.B. Schnitzel oder Curry) und eine Auswahl an Snacks und Getränken. Für Flüge unter 1,5 Stunden Dauer beschränkt sich der Service meist auf einen kostenpflichtigen Snack oder Sandwich-Angebot. Insgesamt ist das Economy-Produkt auf der Kurzstrecke eher No-Frills gehalten – ähnlich wie bei Low-Cost-Carriern – was durch günstigere Ticketpreise ausgeglichen wird.
Business Class auf der Kurzstrecke bietet spürbar mehr Komfort. Der wichtigste Unterschied im Flugzeug ist der freie Mittelsitz: In den vorderen Reihen der Maschine wird der Mittelsitz blockiert, sodass jeder Gast am Fenster oder Gang sitzt und mehr Platz genießen kann. Zudem dürfen Business-Passagiere zusätzliches Handgepäck mitnehmen und 30 kg Freigepäck einchecken. Kurzstrecken-Business-Gäste erhalten an Bord einen kostenlosen Gourmet-Imbiss bzw. auf längeren Europa-Strecken ein 3-Gänge-Menü nach dem “Taste the World”-Konzept. Alkoholfreie und alkoholische Getränke sind in Business ebenfalls gratis. Weitere Annehmlichkeiten umfassen Priority-Services (Priority Check-in, bevorzugtes Boarding und Gepäckhandling) sowie den Zugang zu Flughafen-Lounges vor Abflug. Condor nutzt hierzu partnerschaftlich viele Business-Lounges an europäischen Airports – z.B. Lufthansa-Lounges in Frankfurt – sodass man auch als Condor-Gast auf der Kurzstrecke entspannt vor dem Flug verweilen kann. Kurz gesagt: In der Business Class auf kurzen Flügen reist man bei Condor deutlich bequemer und mit Rundum-Service, was insbesondere für Geschäftsreisende oder anspruchsvollere Urlauber auf dem Weg in die Ferien attraktiv ist.
Economy Class auf der Langstrecke

Auf der Langstrecke hat sich bei Condor in den letzten Jahren sehr viel getan. Die komplette Flotte an alten Boeing 767 wurde bis 2024 ausgeflottet und durch moderne Airbus A330-900neo ersetzt. Dadurch profitieren Economy-Class-Reisende auf Fernflügen nun von einer deutlich verbesserten Kabine. Die A330neo ist in Economy mit einer Sitzkonfiguration von 2-4-2 ausgestattet, was maximal 1 Sitz vom Gang entfernt bedeutet. Die Sitze haben ca. 76 cm Sitzabstand (30 Zoll Pitch) – branchenüblich, aber durch die moderne Slimline-Bauweise der Sitze entsteht ein großzügiges Raumgefühl. Über den Sitzen gibt es extra große Handgepäckfächer, die 66 % mehr Volumen bieten als vorherige Generationen – praktisch auf vollen Urlauberflügen, wo oft viele Trolleys mitgeführt werden. Jeder Economy-Sitz verfügt über ein eigenes Touchscreen-Display (moderne In-Seat-Entertainment-Bildschirme mit 13,3 Zoll in 4K-Auflösung). Dort kann man kostenlos ein breites Unterhaltungsprogramm nutzen – von aktuellen Filmen bis Serien. Zusätzlich hat jedes Seatback-Monitor eine Bluetooth-Funktion, um eigene kabellose Kopfhörer zu verbinden, sowie eine Halterung, falls man eigene Geräte nutzen möchte. USB-Anschlüsse und sogar Steckdosen sind an den Sitzen vorhanden, sodass Tablets, Smartphones oder Laptops während des Fluges mit Strom versorgt werden können.

Neben Technik und Sitzkomfort punktet Condors Economy Class auch beim Service auf langen Strecken: Mahlzeiten und Getränke sind auf der Langstrecke in allen Tarifen inklusive. In der Regel werden zwei warme Mahlzeiten oder eine Mahlzeit und ein Snack serviert, abhängig von der Flugdauer, plus Getränke zwischendurch. Gegen Aufpreis können sich Passagiere auch ein Premium-Menü gönnen (mit hochwertigeren Speisen), doch auch das Standardessen ist bereits im Ticketpreis enthalten. Das Kabinenpersonal ist international und deutschsprachig und bekannt für einen freundlichen Service – Condor erhält oft positive Rückmeldungen von Urlaubern, die die familiäre Atmosphäre an Bord schätzen.
Zusammenfassend hat sich die Economy Class bei Condor durch die neuen Flugzeuge deutlich verbessert: Man reist jetzt in einem modernen Großraumjet mit aktuellem Entertainment und angenehmem Sitzkomfort – ein großer Pluspunkt gegenüber manch anderem Ferienflieger.
Business Class auf der Langstrecke

Condors Business Class auf der Langstrecke hat ein neues Level erreicht, das sich vor großen Netzwerk-Airlines kaum verstecken muss. In den A330neo sind 30 Business-Sitze verbaut, in einer 1-2-1 Anordnung. Dadurch hat jeder Passagier direkten Zugang zum Gang – kein Klettern mehr über andere schlafende Gäste. Die Sitze selbst lassen sich in vollständig flache Betten verwandeln und erreichen in Liegeposition eine Länge von ca. 1,99 m, was auch großen Personen erholsamen Schlaf ermöglicht. Ein Highlight ist das individuelle Entertainmentsystem: Jeder Business-Class-Sitz verfügt über einen 17,3 Zoll Touchscreen-Monitor in 4K-Qualität samt Fernbedienung. Für die erste Reihe („Prime Seat“) gibt es sogar extra große 24-Zoll Bildschirme. Dank Bluetooth-Audio und eigener Stromversorgung (USB-A, USB-C und Steckdose am Platz) kann man seine eigenen Geräte nahtlos nutzen. Die Kabine der A330neo ist außerdem außergewöhnlich leise und mit stimmungsvoller LED-Beleuchtung ausgestattet, was die Reise noch angenehmer macht.

Auch beim Boden- und Bordservice setzt Condor in der Business Class auf Qualität: Business-Passagiere genießen Priority Check-in und Boarding, bevorzugte Gepäckausladung und Zugang zu den Condor-Partner-Lounges an den Flughäfen. An Bord werden sie mit einem Willkommensdrink empfangen. Die Verpflegung entspricht einem Gourmet-Menü: Es gibt mehrgängige Menüs nach dem “Taste the World”-Konzept, die deutlich über dem Economy-Angebot liegen. Condor bietet z.B. Vorspeise, Hauptgericht (oft Auswahl aus international inspirierten Gerichten) und Dessert, dazu eine große Getränkeauswahl inklusive Sekt, Wein und Spirituosen – alles im Preis inbegriffen. Durch die kleine Größe der Business-Kabine (30 Sitze) ist der Service meist persönlich und aufmerksam. Ein weiterer Pluspunkt: Viele der neuen Business-Sitze bieten eine Art „Prime Seat“-Option, bei der man einen gegenüberliegenden ottomanen Sitzhocker mit Gurt hat – ideal, um z.B. zu zweit zu essen oder einfach mehr Platz zu haben. Insgesamt hat Condor mit der neuen Business Class ein Produkt geschaffen, das höchsten Komfort für Urlaubs- und Geschäftsreisende bietet – von komplett flachen Schlafsitzen über modernste Technik bis hin zu kulinarischem Genuss.
Sicherheit: Ist Condor sicher?

Ein entscheidender Faktor für die Güte einer Fluggesellschaft ist die Sicherheit – und hier kann Condor überzeugen. Die Airline verfügt über eine vorbildliche Sicherheitsbilanz: Seit 1988 hat Condor keinen Unfall mit Todesopfern mehr verzeichnet. In ihrer gesamten Geschichte kam es zu lediglich zwei Zwischenfällen mit eigenen Passagierverlusten, beide vor über drei Jahrzehnten. Condor unterliegt den strengen europäischen Sicherheitsstandards und investiert viel in Wartung und Schulung. Die Wartung der über 50 Flugzeuge umfassenden Flotte erfolgt durch die konzerneigene Condor Technik GmbH in Frankfurt und Düsseldorf – selbstverständlich nach höchsten Sicherheitsstandards und modernsten Verfahren. Dies trägt dazu bei, dass Condor in unabhängigen Rankings regelmäßig gut abschneidet. Im renommierten JACDEC-Sicherheitsindex rangierte Condor zuletzt auf einem Spitzenplatz (z.B. Rang 12 weltweit) und damit sogar vor Schweizer und österreichischen Airlines wie Swiss oder Austrian.
Auch wenn kleinere Vorfälle (etwa harte Landungen oder Bodenrempler) in den Medien hin und wieder Erwähnung finden, gibt es keinen Hinweis auf systematische Sicherheitsmängel – im Gegenteil, Condor gilt als sehr zuverlässig. Die komplett erneuerte Langstreckenflotte (Airbus A330neo) und die anstehende Erneuerung der Kurzstreckenflotte verbessern die Sicherheitslage zusätzlich, da neue Flugzeuge mit aktueller Technik ausgestattet sind. Als Passagier kann man also mit gutem Gefühl einsteigen: Condor ist eine sichere Fluggesellschaft, die großen Wert darauf legt, ihre Gäste wohlbehalten an ihr Urlaubsziel zu bringen.
Vielfliegerprogramm

Hat Condor ein eigenes Vielfliegerprogramm? – Nein, Condor betreibt kein eigenes Loyalty-Programm mehr. Allerdings müssen Vielflieger nicht ganz leer ausgehen: Condor ist Partner zweier großer Vielfliegerprogramme, nämlich Alaska Airlines Mileage Plan sowie Emirates Skywards. Mitglieder dieser Programme können auf Condor-Flügen Meilen sammeln, indem sie einfach ihre Mitgliedsnummer bei der Buchung oder beim Check-in angeben. Die gesammelten Meilen werden dem jeweiligen Partner-Konto gutgeschrieben und können dort z.B. für Freiflüge oder Upgrades eingelöst werden. Für Condor-Kunden aus Europa mag vor allem Emirates Skywards interessant sein (da Emirates auch viele Partner hat), während Alaska’s Mileage Plan eher für nordamerikanische Vielflieger relevant ist. Zwar genießt man bei Condor selbst keine Statusvorteile (wie z.B. Priority Boarding über ein eigenes Programm), doch durch die Partnerschaften können Vielreisende zumindest indirekt profitieren. Früher konnten Condor-Kunden übrigens im Lufthansa-Programm Miles & More sammeln, diese Kooperation ist jedoch Vergangenheit. Wer heute regelmäßig mit Condor fliegt, sollte sich also überlegen, eines der beiden Partnerprogramme zu nutzen – ein kleiner Bonus, der Condor für Meilensammler attraktiver macht.
Fazit: Ist Condor eine gute Fluggesellschaft?

Ist Condor nun eine gute Fluggesellschaft? Aus den obigen Punkten lässt sich ein durchaus positives Gesamtbild zeichnen. Condor ist spezialisiert auf Ferienflüge und bietet in diesem Segment ein überzeugendes Produkt: Das Streckennetz deckt viele wichtige Urlaubsdestinationen für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ab, mit einem zentralen Hub in Frankfurt und praktischen Zubringerflügen. Die Tarife sind flexibel gestaltet – vom extrem günstigen Basic-Angebot bis zum Rundum-Sorglos-Paket – sodass für jedes Budget und Bedürfnis etwas dabei ist. In der Economy Class auf Kurzstrecken bekommt man solide Leistung zum günstigen Preis, auf der Langstrecke inzwischen sogar einen sehr hohen Komfortstandard dank neuer Flugzeuge. Die Business Class von Condor hat einen großen Sprung nach vorn gemacht und braucht den Vergleich mit Netzwerk-Carriern kaum zu scheuen: Flache Betten, hochwertige Menüs und alle Annehmlichkeiten für einen entspannten Flug sprechen dafür. Im Aspekt Sicherheit kann Condor ebenfalls punkten – die Airline hat einen einwandfreien Ruf und investiert stark in modernes Equipment und Wartung. Einziger kleiner Wermutstropfen mag sein, dass Extras in Economy (Kurzstrecke) – wie Gepäck oder Bordverpflegung – extra kosten, was aber in der Branche für Low-Fare-Tarife üblich ist. Zudem ist Condor kein Mitglied einer großen Allianz, was manche Vielflieger vermissen mögen; allerdings werden Meilen über Partnerprogramme anerkannt.
In Summe fällt das Fazit positiv aus: Condor ist eine gute Fluggesellschaft, insbesondere für Urlauber und Freizeitreisende. Wer value-for-money sucht und zu beliebten Ferienzielen fliegen möchte, findet bei Condor ein sicheres, komfortables und kundenorientiertes Angebot.




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